Sauna und Whirlpool | mieten & kaufen
Eine Sauna kann handwerklich perfekt gebaut sein – mit hochwertigem Espenholz, sauber verlegter Dampfsperre und dem passenden Ofen. Wenn das Licht nicht stimmt, fühlt sich der Raum trotzdem falsch an. Zu hell wirkt eine Kabine steril, zu kalt wirkt sie wie ein Umkleideraum. Beleuchtung ist beim Saunabau kein Detail am Ende der Materialliste, sondern einer der wenigen Punkte, die man sofort spürt, sobald man die Tür hinter sich schließt.
Hier ein Überblick darüber, welche Leuchten sich in der Sauna bewährt haben, was Kelvin und Lumen wirklich bedeuten und worauf man bei der Planung achten sollte.
Diese beiden Werte werden ständig verwechselt, dabei beschreiben sie völlig unterschiedliche Dinge.
Kelvin (K) beschreibt die Lichtfarbe. Je niedriger der Wert, desto wärmer und gelblicher das Licht. Je höher, desto kälter und bläulicher.
Lumen (lm) beschreibt die Helligkeit. Das ist die Zahl, an der man dreht, wenn es heller oder dunkler werden soll. Eine Leuchte mit 2700 K kann sehr hell oder sehr gedämpft sein – die Lichtfarbe sagt darüber nichts aus.
Für die Sauna gilt fast immer: niedrige Kelvin, niedrige Lumen. Ein Bereich zwischen 2200 und 2700 K trifft die Stimmung, die die meisten Menschen mit Sauna verbinden. Bei der Helligkeit reichen pro Leuchte etwa 150 bis 350 Lumen völlig aus. Das entspricht in etwa einer alten 25- bis 40-Watt-Glühbirne oder einer LED mit 3 bis 5 Watt.
Ein zweiter Wert lohnt sich ebenfalls: der Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra). Er beschreibt, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken. Bei billigen LEDs liegt er oft bei 80, gute Leuchten erreichen 90 und mehr. Gerade Holz profitiert davon spürbar – bei schlechter Farbwiedergabe wirkt selbst edles Espenholz flach und grau.
Der Klassiker ist die Wandleuchte mit Holzlamellen-Blende. Sie sitzt meist in einer Ecke oder an der Wand über der oberen Bank und schirmt das Leuchtmittel nach vorn ab, sodass man nie direkt in die Lichtquelle blickt. Das Licht fällt nach oben an die Decke und nach unten an die Wand und wird vom Holz reflektiert – dadurch entsteht dieses weiche, indirekte Leuchten ohne harte Schatten.
Diese Leuchten gibt es aus Espe, Erle, Fichte oder Thermoholz, sodass sie sich farblich an die Innenverkleidung anpassen lassen. Technisch sind sie unkompliziert, langlebig und günstig. Für die meisten Innen- und Gartensaunen sind sie nach wie vor die beste Wahl.
Wichtig ist die Position: Die Leuchte gehört nie in unmittelbare Nähe des Ofens und nie direkt in den heißesten Bereich unter der Decke über dem Aufgusspunkt. Ideal ist eine Ecke schräg gegenüber vom Ofen.
Ja – aber nicht jede LED. Der Vorteil liegt auf der Hand: geringer Verbrauch, lange Lebensdauer, kaum Eigenwärme. Der Haken ist die Elektronik. Normale LED-Leuchtmittel aus dem Baumarkt sind für Umgebungstemperaturen bis etwa 40 °C ausgelegt. In einer Sauna herrschen unter der Decke schnell 90 bis 110 °C. Das Leuchtmittel selbst hält das vielleicht aus, das Vorschaltgerät nicht.
Deshalb gilt bei LED in der Sauna:
Richtig ausgeführt spielt LED ihre Stärke vor allem dort aus, wo klassische Leuchten nicht hinkommen: als schmales, verstecktes Lichtband.
Wer den Look moderner Wellnessanlagen möchte, kommt an indirekter Beleuchtung nicht vorbei. Ein LED-Streifen, der unsichtbar hinter einer Blende liegt, verändert den Charakter einer Kabine komplett.
Bewährte Positionen:
Entscheidend ist immer: Der Streifen selbst darf nie sichtbar sein. Sobald man einzelne Lichtpunkte erkennt, ist der Effekt dahin.
Für gehobene Ausstattungen gibt es Lichtleitertechnik, oft auch als Faseroptik bezeichnet. Dabei steht der Lichtgenerator außerhalb der Kabine, in die Sauna führen nur dünne Glasfasern. Diese leiten Licht, aber keine Wärme und keinen Strom – für einen Raum mit über 100 °C ist das technisch die eleganteste Lösung.
Damit lassen sich Effekte umsetzen, die anders kaum machbar sind: ein Sternenhimmel in der Decke, beleuchtete Kanten an Bänken und Stufen oder hinterleuchtete Elemente an der Wand. Günstig ist diese Technik nicht, aber sie hält praktisch ewig, weil in der Kabine selbst nichts kaputtgehen kann.
Hinterleuchtete Salzsteinwände sind optisch ein Blickfang und erzeugen ein warmes, orangefarbenes Glühen. Sie brauchen allerdings eine durchdachte Konstruktion, weil Salz Feuchtigkeit anzieht und das dahinterliegende Holz geschützt werden muss.
Farblicht (RGB) beziehungsweise Chromotherapie wird häufig nachgefragt. Meine Empfehlung: sparsam einsetzen. Ein dezenter Farbwechsel im Hintergrund kann schön sein, eine bunt durchleuchtete Kabine wirkt schnell wie eine Disco. Sinnvoll ist ein System, das sowohl klassisches Warmweiß als auch Farbe kann – dann hat man die Wahl.
Beleuchtete Rückenlehnen oder Wandbilder aus hinterleuchtetem Holzfurnier sind eine schöne Möglichkeit, in gewerblichen Anlagen einen individuellen Akzent zu setzen.
Ein Dimmer ist die günstigste Aufwertung, die man einer Saunabeleuchtung mitgeben kann. Zum Reinigen und Aufheizen möchte man mehr Licht, zum Saunieren deutlich weniger. Wichtig ist, dass Leuchtmittel und Dimmer zueinander passen – nicht jede LED lässt sich sauber dimmen, und ein falsch kombinierter Dimmer führt zu Flackern.
Gute Saunabeleuchtung fällt nicht auf – sie sorgt einfach dafür, dass der Raum stimmig wirkt. Warmes Licht mit wenig Kelvin, zurückhaltende Helligkeit, keine sichtbaren Leuchtmittel und Technik, die für die Temperaturen ausgelegt ist. Ob es dann die klassische Holzleuchte, ein verstecktes LED-Band oder ein Sternenhimmel wird, ist eine Frage von Budget und Geschmack.
Wenn Sie eine Sauna planen und beim Thema Licht unsicher sind: Sprechen Sie uns an. Die Beleuchtung sollte von Anfang an mitgedacht werden – nachträglich Kabel in eine fertige Kabine zu ziehen, ist deutlich aufwendiger, als sie direkt beim Wandaufbau einzuplanen.